Hostile Environment Awareness Training for Freelance Journalists – Sicherheitstrainings für freie Journalist*innen

Bedarf und Angebot

In Deutschland nimmt die Gefährdung von Journalist*innen eher zu, insbesondere im Kontext von Demonstrationen. Im Ausland, nimmt sie, insbesondere mit Bezug auf Journalist*innen aus Deutschland, eher ab. Die Hauptbedrohungslage liegt hier bei lokalen Journalist*innen in Ländern mit beschränkter Pressefreiheit und bei Journalist*innen, die zu organisierter Kriminalität recherchieren.

Dennoch steigt mit zunehmender sozialer Ungleichheit in ärmeren Ländern das Risiko für als vergleichbar reich gelesene Journalist*innen aus Deutschland, mit Gewaltkriminalität konfrontiert zu werden.

Schließlich folgt das internationale Kriegsgeschehen dem Trend, kleinräumiger zu werden und sich in wenig beachtete Weltregionen zu verlagern – für freie Journalist*innen Chance und Risiko gleichermaßen.

In unseren HEAT-Modulen trainieren wir vor allem freie Journalist*innen, Journalist*innen in Ausbildung und Journalist*innen aus kleineren Redaktionen. Modular und abgestimmt auf die Bedrohungslage. Wir vermitteln Grundlagen der Sicherheitsplanung, üben herausfordernde Situationen und stellen so Handlungssicherheit in der Krise her. Wir helfen, Sicherheitspläne zu erstellen und Sicherheitsbedürfnisse zu formulieren.

Modulare Ausbildung

COVID MASSNAHMEN

Teilnehmer*innen müssen zum Präsenztraining nachweislich vollständig (3x) geimpft und zusätzlich maximal 24h vor Trainingsbeginn nachweislich negativ getestet sein (keine Selbsttests).

Während des Präsenztrainings empfehlen wir das Tragen von FFP2-Masken.

Am Trainingsort gibt es einen Luftfilter und es wird regelmäßig gelüftet.

HEAT Modul 1

Sicherheit in Deutschland
1,5 Tage
  • Risikoanalyse: Tools
  • Teamgestaltung (Deutschland):
  • Berichterstattung, Backoffice, Mobilität, Security
  • Individuelle Sicherheit und Situationsbewusstsein
  • Ausstattung und Schutzausrüstung I (Deutschland)
  • Planung, Recherche, Quellenschutz
  • Information und Unterstützung (Deutschland): Lokale Zivilgesellschaft, Behörden, eigene Netzwerke
  • Deeskalationstechniken
  • Physische Selbstverteidigung
  • Digitale Selbstverteidigung
  • Verhalten auf Demonstrationen (Deutschland)
  • Erste Hilfe bei demonstrationstypischen Verletzungen
  • Erste Hilfe (psychologisch, Traumabearbeitung)
  • Stressresilienz, Burnout-Prävention

regulär: für Redaktionen und Festangestellte

359 € (zzgl. Ü/V)

ermäßigt: für Freie, Journalist*innen in Ausbildung und Mitarbeiter*innen gemeinnütziger Medienprojekte:

299 € (zzgl. Ü/V)

 

Mitglieder der dju in ver.di können sich nach Vorlage einer Teilnahmebescheinigung 75€ erstatten lassen.

HEAT Modul 2

Sicherheit auf Reisen
2,5 Tage
  • Interkulturalität
  • Hotelauswahl und Hotelsicherheit
  • Risikoanalyse: Tools (Vertiefung)
  • Teamgestaltung (Ausland): Stringer/Fixer/Producer, Berichterstattung, Übersetzer*in, Mobilität, Backoffice, Security
  • Fortbewegung, Verkehrsmittel
  • Reiseplanung
  • Ausstattung und Schutzausrüstung II (Ausland)
  • Deeskalation
  • Verhandlung
  • Datensicherheit, verschlüsselte Kommunikation, Steganographie
  • Verhalten an Checkpoints und Grenzübergängen
  • Verhalten bei Festnahmen (Ausland)
  • Umgang mit Kriminalität
  • Reisegesundheit
  • Umgang mit sexualisierter Gewalt
  • Verhalten bei Elementarereignissen
  • Möglichkeiten und Grenzen konsularischer Betreuung
  • Recherchen im Themenfeld organisierter Kriminalität

regulär: für Redaktionen und Festangestellte

719 € (zzgl. Ü/V)

ermäßigt: für Freie, Journalist*innen in Ausbildung und Mitarbeiter*innen gemeinnütziger Medienprojekte:

599 € (zzgl. Ü/V)

HEAT Modul 3

Sicherheit in Kriegs- und Krisengebieten
3 Tage
  • Kriegs- und Krisengebiete weltweit: Nachrichtenrelevanz, Strategien, Ziele, Mittel
  • Journalist*innen als Mittel und Ziel militärischer Aufklärung
  • Drohnen als Arbeitsmittel und als Bedrohung
  • Umgang mit Funkgeräten und Satellitentelefonen
  • Teamgestaltung (Krisengebiete): Stringer/Fixer/Producer, Berichterstattung, Übersetzer*in, Mobilität, Backoffice, Security
  • Ausstattung und Schutzausrüstung III (Kriegsgebiete)
  • Verhalten unter Beschuss mit Kleinwaffen, Raketen und Artillerie
  • Wirkung von Waffen
  • Umgang mit Landminen, Sprengsätzen (IED) und Blindgängern (UXO)
  • Verhalten bei Entführungen und Geiselnahmen
  • Verhalten in Verhören
  • Umgang mit regulären Streitkräften und irregulären Kombattanten
  • Verhalten an Checkpoints (Vertiefung)
  • Datensicherheit, verschlüsselte Kommunikation (Vertiefung)
  •  Versicherungen und Notfallkontakte

regulär: für Redaktionen und Festangestellte

1160 € (zzgl. Ü/V)

ermäßigt: für Freie, Journalist*innen in Ausbildung und Mitarbeiter*innen gemeinnütziger Medienprojekte:

959 € (zzgl. Ü/V)

HEFAT

Vertiefungstraining
1 Tag
  • Erste Hilfe unter Einsatzbedingungen
  • Bewusstsein, Luftwege, Atmung
  • Herz-Lungen-Wiederbelebung
  • Rettung und Transport verletzter Personen
  • Schwere Blutungen
  • Schuss- und Sprengverletzungen
  • Verkehrsunfälle
  • Schock und Trauma
  • Spezialausrüstung (z.B. Tourniquests, Hämostatika, Thoraxpflaster, Combat Bandages, Brandwundenverbände)

regulär: für Redaktionen und Festangestellte

419 € (zzgl. Ü/V)

ermäßigt: für Freie, Journalist*innen in Ausbildung und Mitarbeiter*innen gemeinnütziger Medienprojekte:

349 € (zzgl. Ü/V)

Stressresilienz nach LOOVANZ

Vertiefungstraining
2 Tage

LOOVANZ ist ein etabliertes und wissenschaftlich begleitetes Programm zum Aufbau von
Stressresilienz. Dieses Training ist von der Zentralen Prüfstelle Prävention zertifiziert nach §20 SGB V und wird von verschiedenen gesetzlichen Krankenversicherungen bezuschusst. Die Höhe des Zuschusses können Sie bei Ihrer Krankenversicherung erfragen.

  • Wirkung von Stress
  • Stressresilienz
  • Stärkung von Resilienzfaktoren
  • Lösungsorientierung
  • Optimismus
  • Opferrolle verlassen
  • Verantwortungsübernahme
  • Akzeptanz
  • Netzwerkorientierung
  • Zukunftsplanung

regulär: für Redaktionen und Festangestellte

270 €

ermäßigt: für Freie, Journalist*innen in Ausbildung und Mitarbeiter*innen gemeinnütziger Medienprojekte:

220 €

Risikoanalyse & Sicherheitspläne

Vertiefungsworkshop
3 x 120 Minuten
In diesem Workshop werden die Risikoanalysekenntnisse aus dem HEAT Modul 1 vertieft und anhand von realistischen Szenarien und akuellen Bedarfen der Teilnehmer*innen konkrete Sicherheitspläne entwickelt. Dazu gehört
  • Gefahrenanalyse
  • Bedrohungsanalyse
  • Ressourcenanalyse
  • Risikoanalyse
  • Risikominderung und Versicherbarkeit
  • Situationsbewusstsein
  • Sicherheitsstrategien
  • Sicherheitsplanung
  • Teamplanung
  • Individuelle Unterstützung und Beratung bei konkreten Planungen

regulär: für Redaktionen und Festangestellte

220 €

ermäßigt: für Freie, Journalist*innen in Ausbildung und Mitarbeiter*innen gemeinnütziger Medienprojekte:

180 €

Kombiangebote:

(jeweils zzgl. Ü/V)

HEAT 1-3: 1999 € (regulär), 1749 (ermäßigt)

HEAT3 + HEFAT: 1449 € (regulär), 1199 € (ermäßigt)

Trainer*innen

Jede Bedrohung ist individuell, deswegen muss jede Reaktion individuell sein. Mir ist wichtig, dass Teilnehmer*innen das Reaktionsspektrum kennen und für sich wissen, welches Verhalten wann sinnvoll ist.

Trainer*innen

Nikolai Link

Nikolai Link hat langjährige Berichtserfahrung als freier Journalist, vorwiegend aus den Ländern des Südlichen Afrika. Im Lauf seines Berufslebens hat er sich mit der Einsatzrealität in Auslandsmissionen der Bundeswehr ebenso  auseinandergesetzt wie mit Arbeitssicherheit bei Nichtregierungsorganisationen im EZ-Bereich. Als Wahlbeobachter der OSZE war er in Osteuropa und der Türkei eingesetzt. Er ist ausgebildeter Mediator, Fachkraft zur Prävention sexueller Gewalt im Arbeitsleben und Fachkraft für psychosoziale Gesundheitsförderung.

Trainer*innen

Pascale Müller

Pascale Müller ist freie Investigativjournalistin und Mitglied des Selbstlaut Kollektiv. Sie recherchiert vor allem zu Arbeitsausbeutung, sexualisierter Gewalt, aber auch zu organisierter Kriminalität im In- und Ausland, für Print- und Onlinemedien, sowie Radio und Fernsehen. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Neben ihrer journalistischen Arbeit, bildet sie Kolleg*innen zu den Themen Sicherheit, sowie journalistischer Umgang mit Trauma weiter und engagiert sich im Netzwerk Recherche.

Mir ist es ein Anliegen, dass Journalist*innen ihre Risiken, aber auch ihre Ressourcen erkennen und bewerten lernen. Und sich empowered fühlen, auch schwierige Recherche zu meistern.

Bedrohungen fallen nicht plötzlich vom Himmel, sie kündigen sich an. Wer die Vorwarnsignale kennt und darauf reagieren kann, hat bessere Chancen, kritische Situatuionen unbeschadet zu überstehen, als Personen, die erst auf manifeste Bedrohungen reagieren.

Trainer*innen

Rolf Thienemann

Rolf Thienemann war 32 Jahre in der Exekutive tätig und arbeitete für die Vereinten Nationen im Nachkriegs-Jugoslawien. Er ist Wahlbeobachter für die OSZE/ODIHR mit Einsatzschwerpunkt in Osteuropa, Kaukasus und Zentralasien. Vielseitigkeit, kulturelle Offenheit und Schutz sind die Grundpfeiler seiner Haltung als Berater und Prozessbegleiter.

Wir freuen uns auf Kontakt

Senden Sie Ihre Anfrage, unser Team wird sich in Kürze mit Ihnen in Verbindung setzen.

Sie erreichen uns auch unter training@heaff.de